Internationaler Frauentag 2020
#feministischeBrückenschläge

Viele, ganz unterschiedliche Aktionen waren zur Frauenwoche anlässlich des 109. Internationalen Frauentages geplant. Ein guter Teil davon wurde auch umgesetzt. Doch dann kam alles ganz anders. Doch beginnen wir am Anfang:

Der 8. März 2020 war ein Sonntag. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – kamen rund 6.000 Frauen* zu der vom Hamburger Bündnis ausgerufenen Demo – ein kraftvoller Start!

Und dann schlich sich das Coronavirus ein, in Immunsysteme und ins öffentliche Leben – und plötzlich war alles anders. Aus Vorsicht wurden zunächst einige Veranstaltungen abgesagt –dann, mit dem Erlass der Allgemeinverordnung zur Einschränkung sozialer Kontakte, jegliche Versammlung und der gesamte Alltag, wie er bisher war. Brücken zwischen Menschen konnten und können derzeit fast nur digital geschlagen werden.

Wir sind froh, dass einige Veranstaltungen noch durchgeführt werden konnten! Diejenigen, die verlegt wurde und schon neu terminiert sind, finden Sie mit entsprechender Information im Folgenden. Nur die Termine wurden verschoben – nicht unser Eintreten für die Gleichberechtigung!

>>Programm als pdf Download

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Veranstaltungskalender 2020

Do 27.02.20 – 19.00 Uhr
GEW Hamburg,
AfGG- Ausschuss für Gleichstellungs- und Genderpolitik


Bei der Auftaktveranstaltung zur Woche anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2020 am 27.2.2020 im Abaton hielt die GEW-Vorsitzende Anja Bensinger-Stolze eine Grußwort, das wir hier wiedergeben.

Bei dieser Veranstaltung der GEW Hamburg, organisiert von Ausschuss für Gleichstellungs- und Genderpolitik (AfGG) wurde der Film „Little Women. Starke Frauenfiguren – Drehbuch und Regie in Frauenhand“ gezeigt. Dieser Film (nominiert für den Oscar in verschiedenen Sparten) der New Yorker Regisseurin Greta Gerwig erzählt von vier sehr unterschiedlichen Schwestern in einer extrem patriarchalisch geprägten Gesellschaft in den USA Mitte des 19. Jahrhunderts. Er beruht auf dem autobiographisch geprägten Roman der US-amerikanischen Autorin Louisa M. Alcott, 1868/69 veröffentlicht in zwei Bänden.

Grußwort der GEW-Vorsitzenden als PDF


Sa 29.02.20 – 10.00 bis 16.00 Uhr
22. Norddeutsches Forum Feministische Theologie
Über-Wunden: Verletzliches Leben neu betrachtet & gedeutet.

Die Aktualität des Themas zeigt sich in der Corona-Pandemie. Verwundbarkeit gehört grundlegend zu unserem Menschsein dazu. Dies verdeutlichte die Theologin Dr. Heike Springhart ca. 40 Frauen mit ihrem Vortrag. Im Risiko steckt zugleich die Ressource: Vertrauen zum Beispiel ist ohne die Gefahr, verletzt zu werden, nicht möglich. Das befreiende Potential für Gesellschaftspolitik und Theologie wurde diskutiert. Dächten wir grundsätzlich von der Vulnerabilität aller aus, würde sich manches ändern: Einzelne Personengruppen müssen nicht stigmatisiert werden. Fürsorgeaufgaben werden gerecht geteilt und bezahlt. Gottes Verwundbarkeit entfaltet Lebenskraft für alle.




Sa 29.02.20 – 19.30 Uhr
THE VAGINA MONOLOGUES BY EVE ENSLER (in englischer Sprache)

Das Couch Theater veranstaltete zu Gunsten des 5. Frauenhauses eine Aufführung von The Vagina Monologues in englischer Sprache. Das Stück von Dramatikerin Eve Ensler feiert mit Humor und Anmut die Sexualität und Stärke von Frauen. Auch an diesem Abend war das Publikum berührt und mitgerissen von den Geschichten, die aus über 200 Interviews mit Frauen entstanden sind. Viele bedankten sich bei den Schauspielerinnen und blieben lange, um sich auszutauschen. Die Benefizveranstaltung erzielte den Betrag 1.040,- Euro für das Frauenhaus.


Do. 05.03. bis So. 08.03.20 – 17.30 bis 20.30 Uhr
Frauen*Festspiele

Anlässlich des Weltfrauentags 2020 wurden im Studio-Kino zehn Filme von und über Frauen* im Studio-Kino Hamburg gezeigt. Zur Eröffnung des viertägigen Festivals präsentierte Regisseurin Barbara Miller ihre preisgekrönte Dokumentation #FemalePleasure vor ausverkauftem Saal. Sie stellte sich danach den Fragen der Zuschauer*innen. Nach diesem erfolgreichen Auftakt folgten drei weitere spannende Film-Tage mit Diskussionen. Unter den Gesprächsgästen waren neben der Mathematikerin Dr. Carmen Köhler, Regisseur Shammi Singh und Autorin Kübra Gümüsay auch Regisseurin Katrin Gebbe und Produzentin Verena Gräfe-Höft. Die Regisseurinnen Annika Blendl und Monika Treut, Helge Albers, Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg/Schleswig-Holstein, und Schauspielerin Sotiria Loucopoulos diskutierten zum Abschluss der Festspiele am Weltfrauentag über „Frauen* im Film(geschäft) - nur was fürs Auge?“

„Die ersten Frauen*Festspiele waren eine sehr inspirierte Erfahrung. Die intensiven Gespräche zu den unterschiedlichsten Themen haben ein prägenden Eindruck hinterlassen und wir freuen uns schon jetzt aufs nächste Jahr.“ So die Initiator*innen Nick Jansen und Simone Glöckler.




Fr 06.03.20 – 18.30 Uhr
Migrantinnen Bund Hamburg (Zweisprachig: deutsch, türkisch)

Wir sind laut, singen, trommeln und erheben unsere Stimme am Internationalen Frauentag!

Der Migrantinnnen Bund Hamburg e.V. machte mit einer Veranstaltung am 6. März 2020 im Rahmen des Internationalen Frauentags im Rudolf Steiner Haus auf diesen besonderen Tag aufmerksam.

Nach kurzen Begrüßungsworten der Migrantinnen Bund Vorstandsfrau Yeter Özbolat und der ersten Vorsitzenden des Landesfrauenrats Hamburg e.V. Cornelia Creischer begann das Programm. Zunächst wurde ein Film über die politischen, sozialen und frauenrechtlichen Aktivitäten des Vereins auf Bundesebene gezeigt. Gegründet wurde der Bundesverband 2005 in Köln und hat bundesweit aktive Städtegruppen bzw. Vereine.

Der hauseigene Migrantinnen Chor sang Lieder und präsentierte ein Trommelkonzert, beide musikalischen Kurse finden regelmäßig in den Vereinsräumen statt und laden alle Frauen zur Teilnahme ein. Weitere Kurze Reden zum Thema Gleichstellung und Benachteiligung von Frauen in Gesellschaft und Arbeitswelt präsentierten Dilan Baran (Föderation Demokraktischer Arbeitervereine) und Lilian Groesser (Bündnis zum 8. März Streik). Die Autorin Rukiye Cankiran gab einem kurzen Input zum Thema Gewalt gegen Frauen mit Schwerpunkt Zwangsverheiratungen. Als Highlight zum Abschluss gab die Sängerin Cigdem Aslan ein Konzert mit türkischen, kurdischen und griechischen Liedern, bei einigen sang das Publikum mit. Es war ein wichtiger Abend für die Sache der Frauen, an dem auch viele Ehemänner und Söhne dabei waren.




Fr 07.03.20 – 13.00 Uhr
„Wir rufen die Frauen aller Länder – Hand in Hand umspannen wir die Welt“
Livemusik – offenes Mikro
Es rufen auf: Frauenverband Courage HH, Madarane Parke Laleh Iran-Hamburg, Internationalistisches Bündnis HH, MLPD Hamburg-West
Ort: vor Karstadt Sport, Lange Mühren - Hamburg


So 08.03.20 – 10.00 Uhr
8MStreikGottesdienst

In der Paul-Gerhardt-Kirche in Altona wurde am 8. März ein 8M-Streikgottesdienst gefeiert. In Betrachtung biblischer Frauen und unter Verwendung gerechter Sprache ging es um heutige Forderungen in Bezug auf schlechte Arbeitsbedingungen und mangelnde Wertschätzung im Care-Bereich und der häuslichen Pflege sowie die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen*. Der Gottesdienst entstand in Zusammenarbeit der Gemeindepastorin Miriam Knierim und Pastorin Dr. Michaela Will vom Frauenwerk des Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein und ihrem Team.




So 08.03.20 – 10.00 bis 22.00 Uhr
Hamburger Bündnis zum internationalen 8. März Streik
Ohne uns steht die Welt still!


Impressionen von der Demo, die rund 6.000 TeilnehmerInnen hatte.

Rede von Annika Huisinga, Vorstandsmitglied des Landesfrauenrates als PDF






So 08.03.20 – 14.00 bis 17.00 Uhr
REVOLTE – Musik von Fräulein Frey,
aufmüpfig, eingängig, tiefsinnig


Die Biff Harburg hat zum dritten Mal zum 8. März eingeladen und war gut besucht.

Das diesjährige Thema lautete Re·vol·te /Substantiv, feminin, (die), (politisch motivierte) gegen bestehende Verhältnisse gerichtete Auflehnung einer Gruppe.

Mit Musik von Fräulein Frey (aufmüpfig, eingängig, tiefsinnig), frauenpolitischem Poetryslam junger Künstlerinnen, einer Ausstellung zur Revolte mit Pinsel und Farbe, sowie kurzen Ansprachen durch die Mitarbeiterinnen der Biff Harburg und MütterZeit wurde der Tag zu einem vollen Erfolg.

Warum Revolte?

Der feministischen Bewegung ist zu verdanken, dass schon Einiges erreicht und gelungen ist, hier sei nur - als eins von etlichen Beispielen - das Frauenwahlrecht genannt. Dennoch gibt es Vieles was noch erreicht werden will und muss! Auch hier nur wenige (aber grundlegende Beispiele):

- Gleiche Löhne für Frauen und Männer
- Medizinische Forschung muss endlich Frauen mitdenken
- Gewalt gegen Frauen und Mädchen muss aufhören

Es reicht mit der Benachteiligung von Frauen: Revolte! Feiern was gelungen ist, stark machen gegen Missstände!

Die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in der Biff Harburg hat einmal mehr gezeigt wie wichtig es ist, dass Frauen aller Orts sichtbar werden, damit sich etwas verändert!

Wassermelone – ein Text aus dem Poetry Slam von Jana Dittmer als PDF




So 08.03.20 – 14.30 Uhr
Widerständiges Frauenleben – Lesung und Erinnerung an „Katharina Jacob“
aus dem neu herausgegebenen Buch über ihr Leben.
Veranstaltung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Hamburg in Kooperation mit dem Kultur Palast Hamburg
Ort: Kultur Palast Hamburg - Baustellen Casino, Öjendorfer Weg 30a | 22119 Hamburg


So 08.03.20 – 19.00 Uhr
„Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“
Film über Petrunyas Sprung ins kalte Wasser und dessen Folgen für das Patriarchat.
Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg,
filia.die frauenstiftung, TERRE DES FEMMES Menschenrechte für die Frau e.V. - Städtegruppe Hamburg und Landesfrauenrat Hamburg e.V.
Ort: Kino Metropolis, Kleine Theaterstraße 10 | 20354 Hamburg


Mo 09.03.20 – 18.00 bis 20.00 Uhr
Zwangsheiraten in unserer Gesellschaft
Lesung und Diskussion mit Rukiye Cankiran, Autorin des Buches „Das geraubte Glück. Zwangsheiraten in Deutschland“
!! Die Lesung mit Rukiye Cankiran ist verschoben worden auf Montag, den 12. Oktober 2020.
Ort:Landesfrauenrat Hamburg, Grindelallee 43 | 20146 Hamburg


Mi 11.03.20 – 17.00 bis 18.30 Uhr
Spaziergang durch die FrauenFreiluftGalerie Hamburg:
„Hafenarbeit weiblich“


In Hamburg, am Ende des Hamburger Fischmarktes, an der Großen Elbstraße 132 startet die FrauenFreiluftGalerie Hamburg mit 14 großformatigen Wandgemälden, zeigt die wenig bekannte hafenbezogene Arbeit von Frauen und ist für alle Menschen frei und barrierefrei zugänglich.

Am 11.03.20 erzählte Dr. Elisabeth von Dücker vor bis zu 25 am Spaziergang Teilnehmenden eindrucksvoll die spannende Geschichte der weiblichen Hafenarbeit - gleich Wirtschaftskraft - von ca. 1900 bis heute.

Es begann bei den Frauen aus der Fischindustrie, die die Fische ausnahmen und Frauen aus der Kaffeeverarbeitung, die die Kaffeebohnen an den Rüttlermaschinen aussortierten und per Versammlung bessere Arbeitsbedingungen forderten und weiteren weiblichen Berufsfeldern mit all ihren bekannten Begleiterscheinungen wie z.B. schlechter Bezahlung, Akkordarbeit, Belästigung usw.

Über Frauen, die zu Hafenveränderungsplänen demonstrierten und zu Frauen, die sich heute in bisher männerdominierten oder neuen Berufsfeldern beweisen und in der gegenwärtigen Hafenwirklichkeit präsent sind. Der Spaziergang entlang der 14 Wandgemälde zeigt nicht nur Frauen und deren Tätigkeiten sondern auch die Geschichte und den Prozess der technologischen Veränderungen der Arbeitswelt im Hafen.

Die Wandgemälde stammen von internationalen Künstlerinnen aus Argentinien, New York, London und Hamburg und zeigen, was bisher eher verborgen blieb.

Weitere Informationen unter: www.frauenfreiluftgalerie.de

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Mi 11.03.20 – 20.00 Uhr
filia.die frauenstiftung „Waterproof“ – Film & Gespräch

Am 11. März zeigten die W3 und filia Daniela Königs Dokumentation „WATERPROOF“. Im anschließenden Gespräch begeisterte die Regisseurin mit ihrer klaren feministischen Positionierung und ihrer Wertschätzung für ihre Protagonistinnen. Sie habe sich und ihre Kunst den starken Frauen verschrieben, erzählte sie. Deren Geschichten wolle sie auf die Leinwand bringen. Ihre Protagonistinnen sind aber nicht nur starke Frauen; sie räumen auch erfolgreich mit deutschen Klischees zu arabischen Frauen auf.




Fr 20.03.20 – 18.00 bis 21.00 Uhr
Sa 21.03.20 – 10.00 bis 18.00 Uhr

Equal Pay Day 2020 in Hamburg #mindthepaygap
Frauen verdienen in Deutschland immer noch rund 21 % weniger als Männer. Umgerechnet auf die Arbeitszeit heißt das, dass Frauen 77 Kalendertage unentgeltlich arbeiten! Am 20. und 21. März 2020 will das Aktionsbündnis Equal Pay für Hamburg, unter der Schirmherrschaft von Senatorin Katharina Fegebank, mit zwei Veranstaltungen unübersehbar und wirksam werden. Nehmt teil an der Podiumsdiskussion über die Ursachen und Folgen der erheblichen Entgeltunterschiede, und lasst uns gemeinsam im Barcamp konkrete Lösungen und Forderungen erarbeiten.
Ort 20.03.: Helmut Schmidt Auditorium Bucerius Law School, Jungiusstraße 6 | 20355 Hamburg
Ort 21.03.: Betahaus, Eifflerstr. 43 | 22769 Hamburg

Leider werden die Veranstaltungen am 20. und 21.03. aufgrund des Corona-Virus abgesagt.
Save the date: Wir verschieben die EPD-Veranstaltungen auf den 19. und 20.03.2021

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Kontakt:
Hamburger Frauenbündnis 8. März
c/o Landesfrauenrat Hamburg e.V
Grindelallee 43, 20146 Hamburg
Tel 040 - 422 60 70, Fax 040 - 422 60 80
E-Mail: info@landesfrauenrat-hamburg.de